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Ellenbogen und Unterarm

Tennisellenbogen: Diagnostik und Behandlung in Köln-Rodenkirchen

Ein Stechen an der Außenseite des Ellenbogens beim Greifen, Kaffeetasse heben oder Händeschütteln: So fühlt sich ein Tennisellenbogen an, auch wenn Sie nie einen Schläger in der Hand hatten. Er ist zäh, geht aber nicht immer so lange, wie man fürchtet. Bei Ortho4Sport in Köln-Rodenkirchen suchen wir nach dem, was die Sehne überlastet, und behandeln in Stufen, bei denen Training im Mittelpunkt steht.

Tennisellenbogen: Diagnostik und Behandlung in Köln-Rodenkirchen

Beschwerden und Warnzeichen

Beim Tennisellenbogen, medizinisch laterale Epikondylopathie, ist der Sehnenansatz der Handgelenkstrecker am äußeren Ellenbogen gereizt oder verändert. Der Verlauf ist sehr unterschiedlich: Bei manchen klingen die Beschwerden nach einfacher Beratung rasch ab, bei anderen halten sie lange an, was auch mit Begleitfaktoren wie Nackenschmerzen, kleinen Sehnenrissen und einer veränderten Schmerzverarbeitung zusammenhängen kann.1 Eine Behandlung für alle gibt es deshalb nicht.1 Von einem chronischen Verlauf sprechen Ärzte meist, wenn die Beschwerden über mehrere Monate bestehen; dann geht es weniger um eine Reizung als um den Umbau und die Belastbarkeit der Sehne.

  • Schmerz an der Außenseite des Ellenbogens, der in den Unterarm ziehen kann
  • Schmerz beim Greifen, Heben, Händeschütteln oder Auswringen eines Tuchs
  • Druckschmerz am knöchernen Vorsprung außen am Ellenbogen
  • Schmerz beim Strecken des Handgelenks gegen Widerstand, etwa beim Tippen oder bei der Mausbedienung
  • Eine schwächere Greifkraft, weil der Schmerz die Kraft bremst
  • Beschwerden, die nach ungewohnter Belastung begonnen haben und nicht mehr weggehen

Ursache ist meist eine wiederholte Belastung der Strecksehnen: Tennis ist nur einer von vielen Auslösern, ebenso Schreibtischarbeit, Handwerk, Gartenarbeit und Zugübungen wie Klimmzüge oder Rudern. Man hält die Erkrankung heute weniger für eine akute Entzündung als für einen Umbau der Sehne unter Dauerbelastung. Oft sitzt die Ursache nicht nur am Ellenbogen, sondern auch in der Kraftübertragung von Rumpf, Schulter und Schulterblatt zum Arm. Bei manchen Betroffenen ist zusätzlich der Nacken beteiligt.1

Diagnostik bei Ortho4Sport

Die Diagnose stellen wir mit Gespräch und Untersuchung, nicht mit einem Bild. Zwei Tests sind in Studien besonders treffsicher, aber noch wenig untersucht: der Cozen-Test, bei dem das Handgelenk gegen Widerstand gestreckt wird, und der Vergleich der Greifkraft bei gestrecktem und gebeugtem Ellenbogen.3 Bildgebung ist dagegen weniger eindeutig: Ultraschall und MRT sind unterschiedlich genau und sollen laut dem Übersichtsartikel mit Vorsicht eingesetzt werden, wenn es um die Abgrenzung zu anderen Ursachen geht.3

Gespräch und Belastungsanalyse

Wir fragen nach Beginn, Auslösern, Sport, Beruf und bisherigen Behandlungen und danach, welche Handgriffe weh tun. Das zeigt, welche Belastung die Sehne überfordert.

Untersuchung von Ellenbogen und Greifkraft

Wir tasten den Sehnenansatz ab, prüfen die Streckung des Handgelenks gegen Widerstand und messen die Greifkraft im Seitenvergleich. Dazu gehört ein Blick auf Nacken, Schulter und Schulterblatt, denn sie können Beschwerden verstärken.1

Ultraschall

Der Ultraschall zeigt die Sehne, ihre Dicke und mögliche Teilrisse ohne Strahlung und kann andere Ursachen ausschließen. Wir werten den Befund immer zusammen mit der Untersuchung, weil die Genauigkeit des Ultraschalls schwankt.3

Abgrenzung zu anderen Ursachen

Nicht jeder Schmerz am Ellenbogen ist ein Tennisellenbogen. Wir denken an einen eingeklemmten Nerv im Unterarm, an Beschwerden aus der Halswirbelsäule, an Probleme im Ellenbogengelenk selbst und an eine Reizung des Schleimbeutels. Ein Hinweis auf eine andere Ursache sind Kribbeln, Taubheit, Schmerz im Nacken oder Beschwerden, die zur Behandlung nicht passen.

Bewegungsanalyse bei sportlichen oder beruflichen Auslösern

Wenn eine bestimmte Bewegung die Beschwerden auslöst, etwa der Aufschlag oder die Mausbedienung am Schreibtisch, sehen wir sie uns genauer an. So finden wir heraus, ob Technik, Haltung oder Rumpfkontrolle die Sehne zusätzlich belasten.

Kernspintomographie bei externen Partnern

Ein MRT haben wir nicht im Haus. Wir veranlassen es bei einem externen Partner, wenn der Befund unklar bleibt, ein Sehnenriss vermutet wird oder die Behandlung nicht anschlägt.

Behandlung

Die Prognose ist besser, als es sich anfühlt: In einer australischen Studie berichteten nach einem Jahr die meisten Teilnehmer in der Gruppe mit Physiotherapie und auch in der Gruppe, die abwartete, von einem erfolgreichen Verlauf.2 Das heißt nicht, dass man nichts tun sollte: Training war in einer Auswertung von 30 Studien bei Schmerz und Greifkraft besser als passive Maßnahmen, wobei die Wirkung klein und die Sicherheit der Belege niedrig war.4 Bei Ortho4Sport in Köln-Rodenkirchen gehen wir in fünf Stufen vor. Wir prüfen den Verlauf in festen Abständen und vergleichen Schmerz, Greifkraft und Belastbarkeit mit dem Ausgangsbefund: Wird es besser, bauen wir weiter auf; stagniert es, suchen wir nach der Ursache, bevor wir etwas Neues beginnen. Ergänzend behandeln wir die betroffene Struktur und das umliegende Gewebe osteopathisch.

  1. Stufe 1: Belastung anpassen statt ruhigstellen

    Wir klären, welche Griffe und Bewegungen die Sehne reizen, und reduzieren sie vorübergehend, ohne den Arm ganz zu schonen. Bei Bedarf kann eine Spange kurzfristig Zug von der Sehne nehmen; sie ersetzt das Training nicht.

  2. Stufe 2: Sehne gezielt belasten

    Das Training ist der Kern. Wir bauen ein Programm für die Handgelenkstrecker auf. Ist der Schmerz noch hoch, beginnen wir mit gleichmäßigen Spannungsübungen und gehen dann zu langsamen Belastungen über. Last und Wiederholungen steigern wir schrittweise und beziehen Unterarm, Schulter und Rumpf ein. Die Dosierung entscheidet: Zu wenig Reiz bringt nichts, zu viel verschlimmert die Beschwerden. Wie genau die Übungen aussehen sollten, ist wissenschaftlich noch nicht abschließend geklärt, weil sich die Programme in Last, Dauer und Häufigkeit stark unterscheiden.4

  3. Stufe 3: Ursachen in der Bewegungskette angehen

    Ist ein Technikfehler oder eine schwache Rumpf- und Schulterkontrolle beteiligt, korrigieren wir ihn. Bei Bedarf ergänzt eine osteopathische Behandlung die Arbeit an Spannungsmustern in Nacken, Brustwirbelsäule und Schulter.

  4. Stufe 4: Ergänzende Verfahren nach Aufklärung

    Kortisoninjektionen lindern kurzfristig, schnitten aber nach einem Jahr schlechter ab als eine Scheininjektion, und die Beschwerden kehrten deutlich häufiger zurück.5 Wir setzen sie deshalb zurückhaltend ein. Zur Stoßwelle ist die Studienlage widersprüchlich: Eine Cochrane-Auswertung sah kaum einen Nutzen,6 eine neuere Auswertung von 13 Studien bessere Schmerzwerte und Greifkraft, bei begrenzter Qualität der Studien.7 PRP, das eigene Blutplättchen, schnitt in einer Auswertung kurzfristig schlechter, nach sechs Monaten aber besser ab als Kortison.8 Stoßwelle und PRP sind Selbstzahler- bzw. Wahlleistungen nach GOÄ.

  5. Stufe 5: Zurück zu Sport und Alltag

    Belastung in Beruf, Sport und Krafttraining bauen wir in Schritten auf und passen Technik, Griffweite und Arbeitsplatz an, damit die Beschwerden nicht zurückkehren. Bei Tennisspielern sehen wir uns Schlägergriff, Besaitung und Rückhandtechnik an, bei Büroarbeit Mausposition, Tischhöhe und Handgelenkshaltung, beim Krafttraining den Griff bei Zugübungen. Ein Zeitversprechen geben wir nicht, weil der Verlauf von Befund und Belastung abhängt.

Wann eine OP sinnvoll sein kann

Eine Operation kommt nur nach langer erfolgloser Behandlung in Frage. Ihr Nutzen ist nicht gesichert: Eine Cochrane-Auswertung fand nur wenige kleine Studien bei Patienten mit mindestens fünf Monaten Beschwerden und gescheiterter Behandlung ohne Operation und sah keine ausreichenden Belege dafür oder dagegen.9 Wir führen keine Ellenbogen-Operationen durch. Wir ordnen Ihren Befund ein und leiten Sie bei Bedarf ergebnisoffen an einen spezialisierten Operateur weiter. Wenn Ihnen schon eine Operation empfohlen wurde, schauen wir uns Befund und Bilder an und untersuchen den Ellenbogen selbst. Fragen Sie vor einem Eingriff, welche Behandlungen bisher versucht wurden, wie lange sie liefen und was die Operation in Ihrem Fall verändern soll.

  • Die Beschwerden bestehen trotz konsequenter Behandlung über mehr als sechs Monate unverändert
  • Im Ultraschall oder MRT zeigt sich ein größerer Sehnenriss
  • Eine andere Ursache wie ein eingeklemmter Nerv im Unterarm kommt hinzu oder ersetzt die Diagnose
  • Der Alltag oder der Beruf ist trotz Anpassung stark eingeschränkt

Kosten

Was Diagnostik und Behandlung bei Ihnen kosten, hängt vom Befund und vom gewählten Vorgehen ab. Wir besprechen die Kosten vorab mit Ihnen.

Kontakt aufnehmen
  • Abrechnung nach GOÄ

    Ortho4Sport ist eine Privatpraxis. Wir rechnen nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) ab.

  • Privatversicherung und Beihilfe

    Die Erstattung läuft über Ihre Privatversicherung oder die Beihilfe.

  • Selbstzahler

    Sie können alle Leistungen auch als Selbstzahler direkt mit uns abrechnen – mit einer verständlichen Rechnung nach GOÄ.

Häufige Fragen

Quellen

  1. Coombes BK, Bisset L, Vicenzino B: Management of lateral elbow tendinopathy: one size does not fit all. In: J Orthop Sports Phys Ther 2015; 45(11):938-949. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/26381484/
  2. Bisset L et al.: Mobilisation with movement and exercise, corticosteroid injection, or wait and see for tennis elbow: randomised trial. In: BMJ 2006; 333(7575):939. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/17012266/
  3. Karanasios S et al.: Diagnostic accuracy of examination tests for lateral elbow tendinopathy (LET): a systematic review. In: J Hand Ther 2022; 35(4):541-551. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33814224/
  4. Karanasios S et al.: Exercise interventions in lateral elbow tendinopathy have better outcomes than passive interventions, but the effects are small: a systematic review and meta-analysis of 2123 subjects in 30 trials. In: Br J Sports Med 2021; 55(9):477-485. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33148599/
  5. Coombes BK et al.: Effect of corticosteroid injection, physiotherapy, or both on clinical outcomes in patients with unilateral lateral epicondylalgia: a randomized controlled trial. In: JAMA 2013; 309(5):461-469. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/23385272/
  6. Buchbinder R et al.: Shock wave therapy for lateral elbow pain. In: Cochrane Database Syst Rev 2005; 4:CD003524. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/16235324/
  7. Yao G et al.: Efficacy of extracorporeal shock wave therapy for lateral epicondylitis: a systematic review and meta-analysis. In: Biomed Res Int 2020; 2020:2064781. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32309425/
  8. Xu Y et al.: Platelet-rich plasma has better results for long-term functional improvement and pain relief for lateral epicondylitis: a systematic review and meta-analysis of randomized controlled trials. In: Am J Sports Med 2024; 52(10):2646-2656. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/38357713/
  9. Buchbinder R et al.: Surgery for lateral elbow pain. In: Cochrane Database Syst Rev 2011; 3:CD003525. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/21412883/

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