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Fuß und Sprunggelenk

Fersensporn und Plantarfasziitis: Diagnostik und Behandlung in Köln-Rodenkirchen

Ein stechender Schmerz unter der Ferse bei den ersten Schritten am Morgen oder nach längerem Sitzen, der sich beim Gehen löst und später wiederkommt: Das ist das typische Bild des Fersenschmerzes durch die Plantarfaszie. Bei Ortho4Sport in Köln-Rodenkirchen klären wir, woher der Schmerz kommt, und behandeln mit einem Programm, das Dehnung, Kraft und Belastung verbindet.

Fersensporn und Plantarfasziitis: Diagnostik und Behandlung in Köln-Rodenkirchen

Beschwerden und Warnzeichen

Die Plantarfaszie ist eine kräftige Sehnenplatte unter der Fußsohle, die vom Fersenbein zu den Zehen zieht und das Fußgewölbe stützt. Reizt oder überlastet sie sich am Ansatz, entsteht der Fersenschmerz, den man Plantarfasziitis oder Plantarfasziopathie nennt. Ein Fersensporn ist ein knöcherner Auswuchs am Fersenbein. Er kommt bei Menschen mit Plantarfasziitis häufiger vor als bei Menschen ohne.2 Ob er den Schmerz verursacht, ist offen, und auch Menschen ohne Fersenschmerz haben mitunter einen Sporn.2

  • Stechender Schmerz unter der Ferse bei den ersten Schritten nach dem Aufstehen oder nach längerem Sitzen
  • Besserung nach einigen Minuten des Gehens, später Rückkehr nach längerem Stehen oder Gehen
  • Druckschmerz an der Innenseite der Ferse, wo die Sehnenplatte ansetzt
  • Zunahme bei Laufen, Springen und langem Stehen auf hartem Boden
  • Eine steife Wade oder eingeschränkte Fußhebung, die mit Fersenschmerz zusammenhängen kann
  • Beim Laufen oft nach der Einheit stärker als währenddessen

Die Ursachen sind vielfältig. In einer Übersichtsarbeit hingen ein höherer Body-Mass-Index bei Menschen ohne sportliche Belastung, ein Fersensporn, höheres Alter, eine eingeschränkte Fußhebung im Sprunggelenk, eine eingeschränkte Streckung des Großzehengrundgelenks und langes Stehen mit dem Fersenschmerz zusammen; die Rolle der Fußform war unklar.3 Bei Sportlern kommen Trainingssteigerungen und harte Böden hinzu. Welche Faktoren bei Ihnen wirken, zeigt die Untersuchung. Das ist wichtig, weil der Fersenschmerz hartnäckig sein kann: Bei einem Teil der Betroffenen halten die Beschwerden über viele Jahre an.9 Eine frühe, gut angeleitete Behandlung und Geduld im Aufbau zahlen sich deshalb aus, zumal die Plantarfaszie nur langsam auf neue Belastung reagiert.

Diagnostik bei Ortho4Sport

Die Diagnose stellt der Arzt aus Anamnese und Untersuchung; sie beruht auf dem typischen Schmerzmuster und dem Druckschmerz an der Ferse. Bildgebung kommt hinzu, wenn das Bild nicht passt.

Gespräch und Untersuchung

Wir fragen nach dem Anlaufschmerz am Morgen, nach Belastung, Schuhen, Untergrund und Beruf, auch danach, ob Sie viel stehen oder auf hartem Boden gehen, und ob es frühere Fersenbeschwerden gab. Dann tasten wir die Ferse und den Sehnenansatz ab und prüfen Beweglichkeit von Sprunggelenk und Großzehe und die Kraft der Wade und des Fußes.

Ultraschall

Der Ultraschall kann die Plantarfaszie darstellen. In einer Studie mit 124 Patienten unterschied die Dicke der Faszie im Ultraschall Patienten mit Plantarfasziitis gut von Patienten mit anderen Ursachen von Fersenschmerz.8 Er hilft außerdem, andere Weichteilursachen zu erkennen, und ergänzt die Untersuchung ohne Strahlung. Weil auch ein Sporn auf dem Röntgenbild nicht beweist, dass er die Beschwerden auslöst, entscheiden wir nach dem Gesamtbild und nicht nach einem einzelnen Befund.

Bewegungs- und Laufanalyse

Wir beurteilen Fußaufsatz, Abrollen, Beinachse und Kraft in der Abstoßphase, bei Läufern auf dem Laufband, und sehen uns an, ob Wade, Fuß und Hüfte die Last gleichmäßig tragen. Die Messung ist berührungslos und ohne Strahlung. So erkennen wir Ansatzpunkte für das Training.

Andere Ursachen von Fersenschmerz abgrenzen

Nicht jeder Fersenschmerz ist eine Plantarfasziitis, und die Behandlung hängt davon ab, was wirklich die Ursache ist. Ein Ermüdungsbruch am Fersenbein, ein gereiztes Fersenpolster, eine eingeklemmte Nervenstelle oder ein Ansatzschmerz der Achillessehne erzeugen ein ähnliches Bild. Bei Verdacht auf einen Bruch kann die DVT feine Knochenveränderungen zeigen, ein MRT veranlassen wir bei einem externen Partner.

Behandlung

Die Behandlung beginnt konservativ. Eine aus Studien, Expertenmeinungen und Patientenbefragung entwickelte Praxisempfehlung sieht als Kern Tape, Dehnung der Plantarfaszie und individuelle Aufklärung; Patienten, die sich nicht ausreichend bessern, kann danach Stoßwelle angeboten werden, gefolgt von individuellen Einlagen.1 Eine Übersicht in einem großen Fachjournal nennt als Erstes Dehnung und Fußeinlagen.9 Wichtig ist, dass die Maßnahmen zusammen wirken und über Wochen durchgehalten werden: Eine Dehnübung, die nur einmal gemacht wird, bringt wenig. Bei Ortho4Sport in Köln-Rodenkirchen gehen wir deshalb in Stufen vor.

  1. Stufe 1: Belastung ordnen, Dehnung und Entlastung

    Wir passen Laufumfang und Belastung an, besprechen Schuhe und Untergrund und zeigen Ihnen Dehnübungen für Plantarfaszie und Wade. Wir erklären Ihnen dabei, wie Sie mit dem Anlaufschmerz umgehen, der nach einer Ruhephase mit dem ersten Schritt kommt, und was Sie vor dem Aufstehen und nach langem Sitzen tun können. Das Dehnen der Plantarfaszie senkte in der Auswertung vor allem den Anlaufschmerz am Morgen kurzfristig.1 Tape senkte den Anlaufschmerz kurzfristig ebenfalls; zusammen mit Dehnung und Aufklärung bildet es den Kern der Praxisempfehlung, individuelle Einlagen folgen als nächste Stufe.1 Vollständige Schonung ist nicht das Ziel: Wir suchen die Belastung, die der Fuß verträgt, und steigern sie.

  2. Stufe 2: Kraft gezielt aufbauen

    Wir trainieren Wade und Fuß mit steigender Last. In einer Studie mit 48 Patienten, die alle Einlagen trugen, hatte eine Gruppe mit schwerem Fersenheben nach drei Monaten bessere Werte als eine Gruppe mit Plantarfaszien-Dehnung; zu den anderen Zeitpunkten bis zu zwölf Monaten gab es keinen Unterschied.4 Das spricht dafür, dass Krafttraining die Besserung beschleunigen kann, langfristig war das Ergebnis gleich.

  3. Stufe 3: Belastung sportartspezifisch wieder aufbauen

    Gehen, Laufen und Sprünge kommen schrittweise zurück. Beim Laufen beginnen wir mit kurzen Einheiten und steigern den Umfang vor dem Tempo. Wir richten uns nach der Reaktion am Folgetag: Ist der Anlaufschmerz am Morgen nicht stärker als vorher, geht es weiter; ist er stärker, nehmen wir einen Schritt zurück. Ein Zeitversprechen geben wir nicht.

  4. Stufe 4: Stoßwelle als Wahlleistung mit gemischter Beleglage

    Die Stoßwellentherapie ist eine Selbstzahler- bzw. Wahlleistung nach GOÄ. Die Beleglage ist uneinheitlich: Die Praxisempfehlung sah für die fokussierte Stoßwelle einen Vorteil beim Anlaufschmerz, auch auf lange Sicht.1 Eine Auswertung kontrollierter Studien fand, dass Stoßwellen, Laser und Einlagen den Schmerz gegenüber einer Scheinbehandlung senkten, die Verbesserungen aber sehr klein waren.6 In einer Studie mit 200 Patienten brachte die radiale Stoßwelle zusätzlich zu Beratung und Einlagen nach sechs Monaten keinen zusätzlichen Nutzen.5 Ob die Stoßwelle in Ihrem Fall infrage kommt, besprechen wir nach der Untersuchung offen.

  5. Stufe 5: Verlauf kontrollieren und anpassen

    Wir überprüfen den Fuß nach einigen Wochen: Anlaufschmerz am Morgen, Druckschmerz an der Ferse, Kraft und Beweglichkeit und die Belastung im Alltag und im Sport. Wird es besser, steigern wir das Training. Bleibt es unverändert, prüfen wir Diagnose, Dosierung und Alltagsfaktoren, bevor wir weitere Schritte besprechen. Auch nach den Beschwerden empfehlen wir, Dehnung und Kräftigung in reduzierter Form beizubehalten, damit die Plantarfaszie belastbar bleibt. Ergänzend kann eine osteopathische Behandlung der betroffenen Struktur und des umliegenden Gewebes Teil des Plans sein; sie begleitet das Training, ersetzt es aber nicht.

Wann Sie zeitnah ärztlich abklären lassen sollten

Die meisten Fälle lassen sich konservativ behandeln. Spritzen mit Kortison sind bei Fersenschmerz nur kurz wirksam: Eine Cochrane-Übersicht fand eine geringe Verbesserung für höchstens einen Monat, bei sehr niedriger Beleglage und seltenen, möglicherweise zu wenig berichteten Nebenwirkungen.7 Nutzen und Risiken einer Spritze besprechen wir mit Ihnen offen. Wir führen keine Operationen durch und ordnen den Befund ein; bei einem ungewöhnlichen Verlauf leiten wir Sie an ein operatives Zentrum weiter. Lassen Sie sich zeitnah untersuchen, wenn eines der folgenden Zeichen zutrifft.

  • Ein plötzlicher, reißender Schmerz in der Fußsohle mit Bluterguss
  • Schmerz in Ruhe oder nachts
  • Starke Schwellung, Rötung oder Überwärmung der Ferse
  • Taubheit, Brennen oder Kribbeln in der Fußsohle
  • Keine Besserung nach mehreren Wochen angepasster Belastung und Training

Kosten

Was Diagnostik und Behandlung bei Ihnen kosten, hängt vom Befund und vom gewählten Vorgehen ab. Wir besprechen die Kosten vorab mit Ihnen.

Kontakt aufnehmen
  • Abrechnung nach GOÄ

    Ortho4Sport ist eine Privatpraxis. Wir rechnen nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) ab.

  • Privatversicherung und Beihilfe

    Die Erstattung läuft über Ihre Privatversicherung oder die Beihilfe.

  • Selbstzahler

    Sie können alle Leistungen auch als Selbstzahler direkt mit uns abrechnen – mit einer verständlichen Rechnung nach GOÄ.

Häufige Fragen

Quellen

  1. Morrissey D et al.: Management of plantar heel pain: a best practice guide informed by a systematic review, expert clinical reasoning and patient values. In: Br J Sports Med 2021; 55(19):1106-1118. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33785535/
  2. Johal KS, Milner SA: Plantar fasciitis and the calcaneal spur: fact or fiction? In: Foot Ankle Surg 2012; 18(1):39-41. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/22326003/
  3. Irving DB, Cook JL, Menz HB: Factors associated with chronic plantar heel pain: a systematic review. In: J Sci Med Sport 2006; 9(1-2):11-22. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/16584917/
  4. Rathleff MS et al.: High-load strength training improves outcome in patients with plantar fasciitis: a randomized controlled trial with 12-month follow-up. In: Scand J Med Sci Sports 2015; 25(3):e292-e300. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/25145882/
  5. Heide M et al.: Is radial extracorporeal shock wave therapy (rESWT), sham-rESWT or a standardised exercise programme in combination with advice plus customised foot orthoses more effective than advice plus customised foot orthoses alone in the treatment of plantar fasciopathy? A double-blind, randomised, sham-controlled trial. In: Br J Sports Med 2024; 58(16):910-918. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/38904119/
  6. Salvioli S, Guidi M, Marcotulli G: The effectiveness of conservative, non-pharmacological treatment, of plantar heel pain: a systematic review with meta-analysis. In: Foot (Edinb) 2017; 33:57-67. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/29126045/
  7. David JA et al.: Injected corticosteroids for treating plantar heel pain in adults. In: Cochrane Database Syst Rev 2017; 6(6):CD009348. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/28602048/
  8. Wang X et al.: Musculoskeletal ultrasound for the diagnosis of plantar fasciitis: an accuracy and diagnostic yield study. In: Int J Gen Med 2023; 16:4765-4771. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/37904905/
  9. Cooper MT: Common painful foot and ankle conditions: a review. In: JAMA 2023; 330(23):2285-2294. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/38112812/

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