#Das Wichtigste in Kürze
- Das Airbike ist ein Trainingsgerät, bei dem Arme und Beine gleichzeitig arbeiten — der Widerstand wird durch Luft statt elektrisch erzeugt.
- Im Gegensatz zum klassischen Ergometer bietet das Airbike ein echtes Ganzkörpertraining mit selbstregulierendem Widerstand.
- Besonders effektiv ist die Kombination mit Intervalltraining: kurze, intensive Belastungsphasen wechseln sich mit Erholungsphasen ab.
- In der Rehabilitation unterstützt das Airbike den Wiedereinstieg in sportliche Belastung — gelenkschonend und individuell steuerbar.
- Bei Ortho4Sport setzen wir das Airbike als festen Bestandteil strukturierter Therapie- und Trainingspläne ein.
#Ausdauertraining neu gedacht
Viele Menschen verbinden Ausdauertraining mit Joggen oder dem klassischen Fahrradergometer. Beides hat seine Berechtigung — doch in der modernen Trainingstherapie setzen wir zunehmend auf funktionellere Methoden. Eine davon ist das sogenannte Airbike.
Das Airbike ist weit mehr als ein Fahrrad. Es kombiniert Ausdauer- und Krafttraining in einer einzigen Bewegung und ermöglicht ein besonders intensives, aber individuell steuerbares Training. Besonders wirkungsvoll wird es durch den Einsatz von Intervalltraining — dem gezielten Wechsel zwischen hoher Belastung und aktiver Erholung.
#Was ist ein Airbike?
Ein Airbike ist ein Trainingsgerät, bei dem sowohl die Beine als auch die Arme gleichzeitig arbeiten. Der entscheidende Unterschied zum klassischen Fahrradergometer: Der Widerstand wird nicht elektrisch gesteuert, sondern durch Luft erzeugt.
Das bedeutet konkret:
- Je stärker Sie treten und drücken, desto höher wird der Widerstand
- Das Training passt sich automatisch Ihrer aktuellen Leistungsfähigkeit an
- Es gibt keine feste Belastungsgrenze — Einsteiger und Leistungssportler trainieren am gleichen Gerät
Diese Mechanik eignet sich besonders gut für Intervalltraining, da schnelle Wechsel zwischen hoher und niedriger Intensität unkompliziert möglich sind.
#Unterschied zum klassischen Ergometer
Viele kennen das Fahrradergometer aus der Rehabilitation oder dem Fitnessstudio. Das Airbike unterscheidet sich in mehreren entscheidenden Punkten:
Ganzkörper statt isoliertes Beintraining. Während beim Ergometer hauptsächlich die Beine arbeiten, werden beim Airbike zusätzlich Arme, Schultern und Rumpf aktiv einbezogen. Dadurch entsteht ein umfassenderer Trainingsreiz — vergleichbar mit dem Unterschied zwischen isoliertem Gerätetraining und funktionellem Training.
Selbstregulierender Widerstand. Beim Ergometer wird die Belastung extern vorgegeben. Beim Airbike bestimmt Ihr Körper selbst die Intensität. Das macht das Training intuitiver, individueller und sicherer steuerbar. Gerade im Intervalltraining ist das ein Vorteil, da Belastungsspitzen jederzeit angepasst werden können.
Höherer Stoffwechselreiz. Durch den gleichzeitigen Einsatz vieler Muskelgruppen entsteht ein deutlich höherer Kalorienverbrauch, eine stärkere Herz-Kreislauf-Belastung und ein effektiver Trainingsreiz in kurzer Zeit. Studien zeigen, dass Intervalltraining auf dem Airbike signifikante kardiorespiratorische Anpassungen bewirken kann — bei vergleichsweise geringem Zeitaufwand.1
#Trainingseffekte: Was Airbike-Training bringt
Das Airbike vereint mehrere Trainingsformen in einem Gerät:
- Ausdauertraining (Herz-Kreislauf-System): Stärkung der kardiovaskulären Leistungsfähigkeit und bessere Sauerstoffversorgung der Muskulatur
- Kraftausdauer (Muskulatur unter Belastung): Bein-, Arm- und Rumpfmuskulatur arbeiten gleichzeitig
- Koordination (Zusammenspiel von Armen und Beinen): Das Training fordert die neuromuskuläre Steuerung
- Gelenkschonendes Training: Keine Stoßbelastung wie beim Laufen — besonders geeignet bei orthopädischen Beschwerden
Durch den gezielten Einsatz von Intervalltraining lassen sich diese Effekte noch effizienter steigern, da der Körper wiederholt zwischen hoher Belastung und aktiver Erholung wechselt. Meta-Analysen bestätigen, dass hochintensives Intervalltraining die kardiorespiratorische Fitness signifikant verbessern kann — sowohl bei gesunden Sportlern als auch in der Rehabilitation.2
Ein weiterer Vorteil: Das Training kann sowohl sehr intensiv als auch sehr schonend gestaltet werden — je nach Ziel und individueller Belastbarkeit.
„Das Airbike ist eines der vielseitigsten Trainingsgeräte in unserer Praxis. Es ermöglicht sowohl intensive Belastungsspitzen als auch sanftes Aufbautraining — angepasst an den individuellen Fortschritt jedes Patienten." — Tobias Münch, Sporttherapeut bei Ortho4Sport
#Einsatz in der Therapie bei Ortho4Sport
In unserer Praxis in Köln setzen wir das Airbike gezielt und individuell ein — nicht als isoliertes Trainingsgerät, sondern als festen Bestandteil eines strukturierten Therapieplans.
Typische Einsatzbereiche:
- Rehabilitation nach Verletzungen: Gelenkschonender Wiedereinstieg in Ausdauer- und Krafttraining, beispielsweise im Rahmen eines Return-to-Sport-Programms
- Verbesserung der Ausdauerfähigkeit: In Kombination mit unseren Trainingsprogrammen
- Wiedereinstieg in sportliche Belastung: Kontrollierte Steigerung der Intensität nach längerer Pause
- Ergänzung zur Trainingstherapie: Als Teil eines ganzheitlichen Konzepts zusammen mit funktionellem Training und Biofeedback-Training
Das bedeutet: individuelle Belastungssteuerung, gezielte Integration von Intervalltraining und kontinuierliche Anpassung an Ihren Fortschritt.
#Für wen ist das Airbike geeignet?
Ein großer Vorteil des Airbikes ist seine Vielseitigkeit. Es eignet sich für:
- Einsteiger ohne Trainingserfahrung — der selbstregulierende Widerstand ermöglicht einen niedrigschwelligen Start
- Patienten in der Rehabilitation — gelenkschonend und individuell dosierbar
- Freizeitsportler — effizientes Ganzkörpertraining mit geringem Zeitaufwand
- Leistungsorientierte Athleten — intensive Intervalle für maximale Ausdauer und Kraftausdauer
Intervalltraining kann dabei individuell angepasst werden — von sehr moderat bis hochintensiv. Eine vorherige Bewegungsanalyse hilft, muskuläre Dysbalancen zu erkennen und das Training gezielt auf Ihre Bedürfnisse abzustimmen.
#Prävention: Warum sich Airbike-Training langfristig lohnt
Neben der therapeutischen Anwendung kann das Airbike auch präventiv einen wichtigen Beitrag leisten:
- Verbesserung der allgemeinen Fitness und Belastbarkeit
- Unterstützung eines gesunden Körpergewichts
- Entlastung der Gelenke durch eine kräftigere Muskulatur
- Ausgleich zu sitzenden Tätigkeiten
Schon wenige Einheiten pro Woche — insbesondere in Form von Intervalltraining — können spürbare Effekte erzielen. Ein Baustein, der auch zur Vorbeugung von Sportverletzungen beitragen kann.
#Fazit
Das Airbike vereint Ausdauer, Kraft und Koordination in einer Bewegung. Durch die individuelle Steuerbarkeit und die Möglichkeit, Intervalltraining flexibel umzusetzen, eignet es sich sowohl für die Rehabilitation als auch für anspruchsvolles Training.
Richtig eingesetzt, kann es die Leistungsfähigkeit verbessern, Beschwerden reduzieren und den Körper langfristig belastbarer machen. Bei Ortho4Sport integrieren wir das Airbike individuell in Ihren Therapie- oder Trainingsplan — abgestimmt auf Ihre Ziele und Ihren aktuellen Zustand.
#Häufige Fragen zum Airbike-Training
#Ist Airbike-Training bei Knieproblemen möglich?
In vielen Fällen ja. Da beim Airbike keine Stoßbelastung wie beim Laufen entsteht und der Widerstand individuell steuerbar ist, eignet es sich oft gut für Patienten mit Kniebeschwerden. Entscheidend ist eine vorherige ärztliche Abklärung und eine individuell angepasste Dosierung.
#Wie oft sollte ich auf dem Airbike trainieren?
Zwei bis drei Einheiten pro Woche sind für die meisten Menschen ein guter Ausgangspunkt. Trainingsdauer und Intensität passen wir individuell an Ihre Ziele und Ihren aktuellen Fitnesszustand an.
#Was ist der Unterschied zwischen Airbike und Spinning?
Beim Spinning (Indoor Cycling) arbeiten nur die Beine, der Widerstand wird manuell eingestellt. Das Airbike bindet zusätzlich den Oberkörper ein und passt den Widerstand automatisch an Ihre Leistung an — je stärker Sie arbeiten, desto höher der Widerstand.
#Kann ich als Anfänger direkt mit Intervalltraining starten?
Grundsätzlich ja — allerdings sollten die Intervalle anfangs moderat gestaltet sein. Wir beginnen typischerweise mit kürzeren Belastungsphasen und längeren Erholungspausen, die sich mit zunehmender Fitness steigern lassen.
#Medizinisch geprüft
- Geprüft von: Prof. Dr. Oliver Tobolski
- Fachgebiet: Ärztlicher Direktor Ortho4Sport Köln
- Zuletzt aktualisiert: 2026-04-03
#Quellen
- Astorino TA, Bovee C, De Souza A: "Sprint Interval Training on Stationary Air Bike Elicits Cardiorespiratory Adaptations While Being Time-Efficient." In: Int J Environ Res Public Health. 2023;20(17):6682. PMID: 37616537
- Weston KS, Wisløff U, Coombes JS: "High-intensity interval training in patients with lifestyle-induced cardiometabolic disease: a systematic review and meta-analysis." In: Br J Sports Med. 2014;48(16):1227-1234. DOI: 10.1136/bjsports-2013-092576

Tobias Münch
Sporttherapeut, Ortho4Sport Köln



