Sehnenscheidenentzündung: Diagnostik und Behandlung in Köln-Rodenkirchen
Ein Stechen an der Daumenseite des Handgelenks beim Greifen oder ein Finger, der morgens hakt und schnappt: Dahinter steckt oft eine gereizte Sehnenscheide. Bei Ortho4Sport in Köln-Rodenkirchen sichern wir die Diagnose mit Untersuchung und Ultraschall und behandeln in Stufen, von der Entlastung bis zur gezielten Injektion.

Beschwerden und Warnzeichen
Die Sehnen der Hand gleiten in engen Fächern und Sehnenscheiden. Werden sie wiederholt belastet, können sich Sehne und Fach verdicken und beim Gleiten reiben. Die bekannteste Form am Handgelenk ist das de-Quervain-Syndrom: Die Sehnen des langen Daumenabspreizers und des kurzen Daumenstreckers gleiten in einem Fach an der Daumenseite, und das Gleiten tut weh. Frauen sind häufiger betroffen als Männer.1 Am Finger gibt es ein ähnliches Bild, den Schnappfinger, bei dem die Sehne am Ringband hakt.
- Schmerz an der Daumenseite des Handgelenks bei Greifen, Halten und Daumenbewegungen
- Druckschmerz und manchmal eine Schwellung über dem Sehnenfach
- Ausstrahlen des Schmerzes in den Daumen oder Richtung Unterarm
- Beim Schnappfinger: ein Finger, der beim Beugen hakt oder morgens steif ist und mit einem Ruck frei wird
- Nachlassende Kraft beim Greifen von Gläsern, Werkzeug oder Schläger
Auslöser sind meist wiederholte Greif- und Daumenbewegungen, zum Beispiel bei Racketsport, Rudern, Klettern, Handwerk, Mausarbeit oder dem Halten eines Smartphones. Die Belastung steigt oft rascher, als sich die Sehne anpassen kann. Weil ähnliche Beschwerden auch von einer Arthrose am Daumensattelgelenk oder von einem Karpaltunnelsyndrom kommen können, grenzen wir die Ursachen voneinander ab, bevor wir behandeln.
Diagnostik bei Ortho4Sport
Die Diagnose lässt sich meist schon durch Gespräch und Untersuchung stellen, Röntgenbilder helfen vor allem, knöcherne Ursachen auszuschließen.1 Bei Ortho4Sport ergänzen wir das mit Ultraschall.
Gespräch und Untersuchung
Wir fragen nach Greifbewegungen, Sport und Arbeit und tasten das Sehnenfach ab. Bestimmte Provokationstests lösen den typischen Schmerz aus, wenn die Sehnen gedehnt werden. Beim Schnappfinger tasten wir das Ringband an der Handfläche.
Ultraschall
Der Ultraschall zeigt Verdickung und Flüssigkeit in der Sehnenscheide und kann die Sehne beim Bewegen des Fingers beobachten. So sehen wir, ob die Sehne reibt, und finden Auffälligkeiten, die eine Untersuchung allein nicht zeigt.
Röntgenbild bei Verdacht auf Knochenursachen
Sitzt der Schmerz an der Daumenseite nach einem Sturz oder besteht der Verdacht auf Arthrose, machen wir in der Praxis ein Röntgenbild, um knöcherne Ursachen auszuschließen.1 Ein MRT haben wir nicht im Haus; wir veranlassen es bei einem externen Partner, wenn der Befund unklar bleibt.
Abgrenzung zu Nerven und Gelenk
Daumenseitige Handgelenkschmerzen können auch vom Daumensattelgelenk, vom Kahnbein oder vom Mittelnerv kommen. Wir prüfen diese Ursachen mit, damit Sie nicht die falsche Struktur behandeln.
Behandlung
Die Behandlung ist in den meisten Fällen nicht operativ. Beschrieben sind Kortisoninjektionen und eine stützende Daumenschiene, die in der Regel wirksam sind; ein Eingriff kommt bei Beschwerden in Betracht, die darauf nicht ansprechen.1 Bei Ortho4Sport in Köln-Rodenkirchen gehen wir in vier Stufen vor.
Stufe 1: Belastung anpassen und Sehne schonen
Wir stellen fest, welche Bewegung die Sehnen reizt, und verändern sie vorübergehend: Greifen mit Daumenbewegung, Smartphone, Schläger oder Werkzeug. Eine Daumenschiene entlastet das Fach; in einer Auswertung brachte sie zusätzlich zur Injektion über drei bis vier Wochen einen messbaren, aber klinisch nicht deutlichen Gewinn bei der Funktion.2
Stufe 2: Belastbarkeit aufbauen
Wenn der Reiz nachlässt, bauen wir Kraft und Ausdauer für Unterarm und Hand auf und üben alltägliche Greifbewegungen in kleinen Schritten. Danach steigern wir sportartspezifisch, zum Beispiel den Schlägergriff oder das Klettern. Ein Zeitversprechen geben wir nicht, weil der Verlauf individuell ist.
Stufe 3: Injektion nach Aufklärung
Bei anhaltenden Beschwerden kann eine Kortisoninjektion in das Sehnenfach eine ärztliche Entscheidung sein. In einer Auswertung von 16 Studien mit 1.206 Patienten war sie der alleinigen Ruhigstellung überlegen, und die Kombination mit einer Schiene brachte einen weiteren Vorteil.3 Eine Übersicht fand mäßige Belege für eine kurzfristige Wirkung bei der de-Quervain-Erkrankung und beim Schnappfinger.4 Verfahren mit ultraschallgeführter Injektion schnitten bei den Schmerzen in einer Netzwerk-Auswertung gut ab.2 Die Injektion bringt mögliche Nebenwirkungen mit, die wir vorher mit Ihnen besprechen.
Stufe 4: Ergänzende Verfahren mit schwacher Studienlage
Für Laser, therapeutischen Ultraschall und Stoßwelle bei Sehnenscheidenentzündungen der Hand liegen Studien vor, deren Aussage durch Verzerrungen begrenzt ist: Von den 15 ausgewerteten Studien waren zehn randomisiert, nur zwei davon mit geringem Verzerrungsrisiko.5 Solche Verfahren sind Selbstzahler- bzw. Wahlleistungen. Ob sie bei Ihnen eine Ergänzung sein können, besprechen wir nach der Untersuchung; das Training bleibt der Kern. Ergänzend kann eine osteopathische Behandlung der betroffenen Struktur und des umliegenden Gewebes Teil des Plans sein; sie begleitet das Training, ersetzt es aber nicht.
Wann eine OP sinnvoll sein kann
Wenn Schiene, Training und Injektion nicht genügen, kann die Spaltung des Sehnenfachs die Lösung sein; dabei muss ein Hautnerv geschont werden.1 Wir operieren nicht, ordnen die Entscheidung aber ein und überweisen Sie an einen Handchirurgen. Folgende Kriterien sprechen dafür, einen Eingriff zu besprechen.
- Die Beschwerden bleiben trotz Entlastung, Schiene und Training über Wochen bestehen
- Sie kehren nach einer Injektion zurück oder bessern sich dadurch kaum
- Ein Finger bleibt blockiert und lässt sich nicht mehr gerade stellen
- Greifen und Alltag sind deutlich eingeschränkt
- Sie wünschen sich nach ausführlicher Aufklärung einen Eingriff und kennen Chancen und Risiken
Kosten
Was Diagnostik und Behandlung bei Ihnen kosten, hängt vom Befund und vom gewählten Vorgehen ab. Wir besprechen die Kosten vorab mit Ihnen.
Kontakt aufnehmenAbrechnung nach GOÄ
Ortho4Sport ist eine Privatpraxis. Wir rechnen nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) ab.
Privatversicherung und Beihilfe
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Selbstzahler
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Häufige Fragen
Woran erkenne ich eine Sehnenscheidenentzündung am Handgelenk?
Typisch ist ein Schmerz an der Daumenseite des Handgelenks, der beim Greifen und bei Daumenbewegungen zunimmt und über dem Sehnenfach druckempfindlich ist. Sicher unterscheiden lässt er sich von einer Arthrose oder einem Nervenschmerz nur durch die Untersuchung, oft mit Ultraschall.
Gibt es eine Sehnenscheidenentzündung an Schulter oder Oberarm?
Auch an der Schulter kann die lange Bizepssehne gereizt sein; die Beschwerden sitzen dann vorn an der Schulter und strahlen in den Oberarm aus. Das ist ein eigenes Krankheitsbild, die Bizepssehnenentzündung, mit anderer Untersuchung und Behandlung als am Handgelenk. Mehr dazu auf unserer Seite zur Bizepssehnenentzündung.
Hilft Stoßwellentherapie bei einer Sehnenscheidenentzündung?
Die Studienlage ist begrenzt. Eine Übersichtsarbeit fand Studien zu Laser und therapeutischem Ultraschall bei der de-Quervain-Erkrankung und zur Stoßwelle beim Schnappfinger, nennt ihre Aussagekraft aber wegen der Verzerrungen eingeschränkt. Solche Verfahren sind Selbstzahler- bzw. Wahlleistungen. Was bei Ihnen sinnvoll sein kann, besprechen wir nach der Untersuchung.
Hilft eine Schiene bei einer Sehnenscheidenentzündung?
Bei der Sehnenscheidenentzündung an der Daumenseite beschreibt die Literatur eine stützende Daumenschiene als Teil der Behandlung. Eine Auswertung fand zusätzlich zur Injektion einen kleinen Vorteil bei der Funktion. Welche Schiene und wie lange, entscheiden wir nach dem Befund.
Wie lange dauert eine Sehnenscheidenentzündung?
Das hängt von der Ursache, der Belastung und der Behandlung ab. Einen festen Zeitraum nennen wir nicht. Entscheidend ist, den auslösenden Reiz zu finden; bessern sich die Beschwerden trotz Anpassung nicht, besprechen wir die nächsten Schritte.
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Quellen
- Ilyas AM, Ast M, Schaffer AA, Thoder J: De Quervain tenosynovitis of the wrist. In: J Am Acad Orthop Surg 2007; 15(12):757-764. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/18063716/
- Challoumas D, Ramasubbu R, Rooney E et al.: Management of de Quervain tenosynovitis: a systematic review and network meta-analysis. In: JAMA Netw Open 2023; 6(10):e2337001. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/37889490/
- Cevik J, Keating N, Hornby A et al.: Corticosteroid injection versus immobilisation for the treatment of De Quervain's tenosynovitis: a systematic review and meta-analysis. In: Hand Surg Rehabil 2024; 43(3):101694. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/38642740/
- Huisstede BM, Gladdines S, Randsdorp MS, Koes BW: Effectiveness of conservative, surgical, and postsurgical interventions for trigger finger, Dupuytren disease, and De Quervain disease: a systematic review. In: Arch Phys Med Rehabil 2018; 99(8):1635-1649. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/28860097/
- Ferrara PE, Codazza S, Cerulli S et al.: Physical modalities for the conservative treatment of wrist and hand's tenosynovitis: a systematic review. In: Semin Arthritis Rheum 2020; 50(6):1280-1290. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33065423/
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