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Kopf und Nacken

Schleudertrauma: Diagnostik und Behandlung in Köln-Rodenkirchen

Nach einem Auffahrunfall oder Sturz schmerzt der Nacken, und die Sorge vor Spätfolgen ist groß. Bei Ortho4Sport in Köln-Rodenkirchen klären wir zuerst, ob Knochen oder Nerven verletzt sind. Danach behandeln wir den Nacken aktiv, denn Bewegung ist für die Genesung wichtiger als Schonung.

Schleudertrauma: Diagnostik und Behandlung in Köln-Rodenkirchen

Beschwerden und Warnzeichen

Ein Schleudertrauma, medizinisch HWS-Distorsion, entsteht, wenn der Kopf bei einem Aufprall plötzlich vor- und zurückgeworfen wird. Typisch ist der Auffahrunfall, aber auch Sturz und Sport kommen infrage. Betroffen sind Muskeln, Bänder und Gelenke der Halswirbelsäule. Fachleute teilen die Beschwerden in Schweregrade ein und schließen zuerst aus, dass eine schwere Verletzung vorliegt.1

  • Nackenschmerz und Steifheit, oft erst Stunden bis Tage nach dem Unfall
  • Druckempfindliche, verhärtete Muskeln im Nacken und zwischen den Schulterblättern
  • Eingeschränkte Drehung und Neigung des Kopfes
  • Kopfschmerzen, die im Nacken beginnen
  • Schmerzen, die in Schulter und Arm ausstrahlen
  • Schmerz beim Bewegen, besonders beim Schulterblick und beim Blick nach oben

Bei der Bewegung des Kopfes werden Muskeln und Bänder über ihre gewohnte Grenze gedehnt. Wie lange die Beschwerden dauern, ist schwer vorherzusagen. Etwa die Hälfte der Betroffenen berichtet noch ein Jahr nach dem Unfall über Nackenschmerzen. Ungünstig wirken starke Anfangsschmerzen, viele Symptome zu Beginn, Angst vor Bewegung und eine niedergedrückte Stimmung.3 Der Unfallhergang selbst, etwa die Richtung des Aufpralls, sagt dagegen wenig über den Verlauf aus.3

Diagnostik bei Ortho4Sport

Am Anfang steht die Frage, ob der Unfall etwas Ernsteres verletzt hat als Muskeln und Bänder. Erst danach geht es um die Behandlung. Bei Ortho4Sport untersucht Sie ein Arzt unseres Teams.

Unfallhergang und Beschwerden

Wir fragen nach dem Hergang, nach dem Zeitpunkt der ersten Beschwerden, nach Kopfschmerz, Schwindel und Missempfindungen in Armen oder Beinen. Die Antworten zeigen, ob eine Bildgebung nötig ist.

Körperliche und neurologische Untersuchung

Wir prüfen Beweglichkeit, Druckempfindlichkeit, Kraft, Gefühl und Reflexe. So grenzen wir Beschwerden der Muskeln und Bänder von solchen mit Beteiligung der Nerven ab und ordnen sie einem Schweregrad zu.1

Entscheiden, ob ein Bild nötig ist

Bei wachen, stabilen Patienten entscheiden klare Kriterien über das Röntgenbild: ein Alter ab 65 Jahren, ein gefährlicher Unfallhergang oder Missempfindungen in den Gliedmaßen sprechen für ein Bild.2 Die Regel wurde für Notaufnahmen entwickelt. Gibt es kein Risikozeichen, dafür ein Zeichen für geringes Risiko (etwa einen einfachen Auffahrunfall von hinten oder einen verzögert einsetzenden Nackenschmerz) und lässt sich der Kopf aktiv um 45 Grad nach beiden Seiten drehen, ist nach dieser Regel kein Bild nötig.2 Knöcherne Fragen klären wir mit der DVT. Für Bänder, Bandscheiben und Nerven veranlassen wir ein MRT bei externen Partnern, denn ein MRT haben wir nicht in der Praxis.

Einflussfaktoren auf den Verlauf

Wir fragen nach Schmerzstärke, Sorgen und Bewegungsangst, weil diese den Verlauf beeinflussen.3 Bei jedem Besuch prüfen wir, ob es besser wird, stagniert oder schlechter wird, und passen die Behandlung an.1

Behandlung

Die kanadische Leitlinie zu Nackenschmerzen und Schleudertrauma rät dazu, Betroffene über den meist gutartigen Verlauf aufzuklären und Aktivität und Bewegung zu erhalten. Eine Halskrause empfiehlt sie nicht.1 Auch zu viel Behandlung zu früh nach dem Unfall ist in Kohortenstudien mit verzögerter Genesung verbunden.4 Bei Ortho4Sport in Köln-Rodenkirchen behandeln wir deshalb in vier Stufen und so viel wie nötig, nicht so viel wie möglich.

  1. Stufe 1: Aufklären und in Bewegung bleiben

    Wir erklären, was bei Ihnen verletzt ist und was nicht, und wie ein typischer Verlauf aussieht. Sie bleiben im Alltag aktiv und bewegen den Nacken, soweit es der Schmerz erlaubt.1

  2. Stufe 2: Beweglichkeit üben

    Sanfte Bewegungsübungen für Nacken und Schulter bilden den Kern der frühen Behandlung, zusammen mit der Aufklärung.1 Wir zeigen Ihnen die Übungen und steigern sie nach Ihrem Schmerz.

  3. Stufe 3: Mobilisation ergänzen

    Manuelle Mobilisation kann die Beweglichkeit verbessern. Die Leitlinie nennt Übungen zusammen mit Mobilisation als mögliche Option bei Beschwerden ohne Nervenausfälle.1 Unsere Osteopathen setzen sie in diesem Rahmen ein.

  4. Stufe 4: Kraft aufbauen bei anhaltenden Beschwerden

    Bestehen die Beschwerden länger als drei Monate, kommen Kräftigungsübungen für Nacken, Schulterblatt und Rumpf hinzu. Kräftigung allein reicht nach der Leitlinie nicht, sie gehört zu Aufklärung und Beweglichkeitsübungen.1 Bleiben Nervenzeichen bestehen, leiten wir die weitere Abklärung ein.

Wann Sie zeitnah ärztlich abklären lassen sollten

Lassen Sie den Nacken nach einem Unfall zeitnah untersuchen, gern direkt danach bei uns, und bei schwerem Unfallhergang oder neurologischen Zeichen noch am selben Tag in der Notaufnahme. Auch im Verlauf gibt es Zeichen, die eine erneute Abklärung verlangen.

  • Kribbeln, Taubheit oder Schwäche in Armen oder Beinen
  • Kopf lässt sich nicht aktiv nach beiden Seiten drehen
  • Schwindel, Sehstörungen oder Gangunsicherheit
  • Zunehmende Beschwerden statt langsamer Besserung
  • Nervenzeichen, die länger als drei Monate bestehen1
  • Neue körperliche oder seelische Beschwerden nach dem Unfall

Kosten

Was Diagnostik und Behandlung bei Ihnen kosten, hängt vom Befund und vom gewählten Vorgehen ab. Wir besprechen die Kosten vorab mit Ihnen.

Kontakt aufnehmen
  • Abrechnung nach GOÄ

    Ortho4Sport ist eine Privatpraxis. Wir rechnen nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) ab.

  • Privatversicherung und Beihilfe

    Die Erstattung läuft über Ihre Privatversicherung oder die Beihilfe.

  • Selbstzahler

    Sie können alle Leistungen auch als Selbstzahler direkt mit uns abrechnen – mit einer verständlichen Rechnung nach GOÄ.

Häufige Fragen

Quellen

  1. Côté P et al. (OPTIMa-Kollaboration): Management of neck pain and associated disorders: a clinical practice guideline from the Ontario Protocol for Traffic Injury Management (OPTIMa) Collaboration. In: Eur Spine J 2016; 25(7):2000-2022. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/26984876/
  2. Stiell IG et al.: The Canadian C-spine rule for radiography in alert and stable trauma patients. In: JAMA 2001; 286(15):1841-1848. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/11597285/
  3. Carroll LJ et al.: Course and prognostic factors for neck pain in whiplash-associated disorders (WAD): results of the Bone and Joint Decade 2000-2010 Task Force on Neck Pain and Its Associated Disorders. In: Spine 2008; 33(4 Suppl):S83-S92. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/18204405/
  4. Côté P, Soklaridis S: Does early management of whiplash-associated disorders assist or impede recovery? In: Spine 2011; 36(25 Suppl):S275-S279. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/22101750/

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