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Schulter

Rotatorenmanschettenriss: Diagnostik und Behandlung in Köln-Rodenkirchen

Ein Riss in der Rotatorenmanschette klingt nach einer Operation, ist aber nicht immer eine. Manche Risse machen keine Beschwerden, andere nehmen dem Arm die Kraft. Bei Ortho4Sport in Köln-Rodenkirchen klären wir, ob der Riss Ihre Beschwerden erklärt, wie die Schulter arbeitet und welcher Weg zu Ihrem Alltag und Ihrem Sport passt.

Rotatorenmanschettenriss: Diagnostik und Behandlung in Köln-Rodenkirchen

Beschwerden und Warnzeichen

Die Rotatorenmanschette besteht aus vier Sehnen, die den Oberarmkopf in der Schulterpfanne führen und beim Heben und Drehen des Arms mitarbeiten. Die Leitlinie unterscheidet Teilrisse, bei denen die Sehne nicht vollständig durchtrennt ist, und komplette Risse. Auch ein kleiner Riss über nur einen Teil der Sehnenbreite gilt als komplett, sobald die Sehne durchgehend durchtrennt ist.1 Risse werden mit dem Alter häufiger.1 In einer Ultraschallstudie in einem japanischen Dorf hatte mehr als jeder Fünfte einen vollständigen Riss, und zwei von drei dieser Risse machten keine Beschwerden.2

  • Schmerz an der Außenseite der Schulter, besonders beim Anheben des Arms
  • Nachtschmerz, vor allem beim Liegen auf der betroffenen Seite
  • Schwäche beim Heben und Drehen des Arms, etwa beim Greifen ins obere Regal
  • Ein plötzlicher Schmerz mit Schwäche nach einem Sturz oder einem schweren Heben
  • Schwierigkeiten beim Kämmen, Anziehen oder Greifen hinter den Rücken

Die Entstehung ist nicht allein auf eine mechanische Enge unter dem Schulterdach zurückzuführen, sondern ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren.1 Dazu gehören Alterung der Sehne, wiederholte Überkopfbelastung und ein Unfall. Ein Riss im Bild erklärt den Schmerz nicht automatisch: Klinische Werte unterscheiden sich bei stummen Rissen nicht von denen einer intakten Manschette, erst ein Funktionsverlust zusammen mit Schmerz markiert den Übergang zum Riss mit Beschwerden.1

Diagnostik bei Ortho4Sport

Die Diagnose beginnt mit der Untersuchung, denn der Befund im Bild und der Schmerz stimmen nicht immer überein.12

Gespräch und Kraftprüfung

Wir fragen nach Hergang, Beruf, Sport und Verlauf und prüfen Beweglichkeit und Kraft der einzelnen Sehnen im Seitenvergleich. Bei einem frischen Unfall achten wir besonders auf plötzlichen Kraftverlust.

Ultraschall

Die Leitlinie hält den Ultraschall bei entsprechender Erfahrung des Untersuchers für die Erstdiagnostik und die Verlaufskontrolle geeignet.1 Bei erfahrenen Untersuchern erkennt er Risse der Supraspinatussehne ähnlich sicher wie das MRT, weniger sicher bei Teilrissen und bei der Subscapularissehne.3

Röntgenbild

Die Leitlinie nennt für die Basisdiagnostik ein Röntgenbild in drei Ebenen.1 Wir werten ein aktuelles Bild aus; liegt keines vor, röntgen wir in der Praxis.

Kernspintomographie bei externen Partnern

Ein MRT haben wir nicht im Haus. Die Leitlinie sieht es bei akuten Verletzungen, bei Beschwerden über drei bis sechs Monate und bei geplanten Operationen vor; es zeigt auch, wie weit der Muskel bereits abgebaut ist.1 Wir veranlassen es bei einem externen Partner und ordnen den Befund mit Ihnen ein.

Ein Arzt führt den Arm einer Patientin und prüft die Schulter, während sie auf ihren Arm blickt

Behandlung

Bei kleinen, nicht durch einen Unfall entstandenen Rissen ist die Behandlung ohne Operation ein vertretbarer Anfang. Bei Patienten über 55 Jahren mit kleinen Rissen der Supraspinatussehne war die Operation nach gut sechs Jahren nicht besser als Physiotherapie, und sie verhinderte den Verschleiß des Gelenks nicht.4 Eine Übersicht kommt zu dem Schluss, dass der Nutzen der Operation gegenüber Übungen bei Schmerz und Funktion unsicher ist.5 Die Studienlage ist aber nicht einheitlich: In einer anderen Studie schnitten die genähten Sehnen bis zu 15 Jahre später besser ab, ein Teil der Physiotherapiegruppe wurde später operiert, und die Risse wurden dort größer.6 Deshalb behandeln wir in vier Stufen und prüfen den Verlauf, statt einen Weg festzulegen.

  1. Stufe 1: Belastung ordnen, Schmerz lindern

    Wir legen fest, welche Bewegungen die Sehne aktuell verträgt, und lassen schmerzhafte Überkopfbelastung ruhen, ohne die Schulter ganz stillzulegen. Entzündungshemmende Schmerzmittel können kurzfristig helfen.1 Eine Kortisonspritze kann kurzfristig lindern, schädigt aber bei wiederholter Anwendung langfristig die Sehnenstruktur, deshalb setzen wir sie zurückhaltend ein.1

  2. Stufe 2: Training als Basis

    Die Leitlinie nennt Physiotherapie als Basis der Behandlung, mit gezielten Übungen für Beweglichkeit, Kraft und Gelenkgefühl.1 Wir bauen die Schulter in kleinen Schritten auf. Bei Beschwerden der Rotatorenmanschette ohne operationsbedürftigen Riss war in einer britischen Studie ein Übungsprogramm nach zwölf Monaten nicht besser als eine einmalige Beratung durch einen Physiotherapeuten, und eine Kortisonspritze brachte keinen Langzeitnutzen.7 Das gilt nicht für jeden Riss; wir wägen es mit Ihnen anhand Ihres Befundes ab.

  3. Stufe 3: Muskelansteuerung und Schulterblatt

    Beim EMG-Biofeedbacktraining sehen Sie die Aktivität Ihrer Schultermuskeln auf dem Bildschirm und üben, das Schulterblatt und die verbliebenen Muskeln gezielt einzusetzen. Das Ziel ist eine bessere Kontrolle der Schulter bei Alltag und Sport.

  4. Stufe 4: Ergänzende Verfahren nach Aufklärung

    Bei Teilrissen zeigte PRP in Vergleichen keinen klaren Vorteil gegenüber Kortison, die Leitlinie sieht eher eine Tendenz zu besseren Ergebnissen.1 PRP ist eine Selbstzahler- bzw. Wahlleistung nach GOÄ, die wir bei Teilrissen anbieten. Stammzellinjektionen bewertet die Leitlinie als experimentell.1 Ob ein ergänzendes Verfahren für Sie in Frage kommt, besprechen wir nach der Untersuchung.

Wann eine OP sinnvoll sein kann

Eine Operation sollte nicht bei einem Riss erfolgen, der keine Beschwerden macht.1 Anders ist es bei einem frischen Unfallriss, besonders der Subscapularissehne, und bei Rissen, bei denen die Sehne noch rekonstruierbar ist: Die Leitlinie rät zu einer zeitnahen Versorgung, weil sich bei Verzögerung die Sehne zurückziehen und der Muskel abbauen und verfetten kann.1 Wir führen keine Operationen durch. Wir ordnen Ihren Befund ein, leiten Sie bei Bedarf an einen spezialisierten Operateur weiter und begleiten danach die Rehabilitation nach seinen Vorgaben.

  • Ein frischer Riss nach einem Unfall mit plötzlichem Kraftverlust, besonders an der Subscapularissehne
  • Ein Riss ohne Anzeichen, dass der Oberarmkopf nach oben wandert, und ohne weit fortgeschrittenen Muskelabbau
  • Anhaltende Schmerzen und Kraftverlust trotz konsequenter Behandlung bei hohem Anspruch an die Schulter
  • Eine zufällig entdeckte, beschwerdefreie Lücke ist dagegen keine Grundlage für eine Operation

Kosten

Was Diagnostik und Behandlung bei Ihnen kosten, hängt vom Befund und vom gewählten Vorgehen ab. Wir besprechen die Kosten vorab mit Ihnen.

Kontakt aufnehmen
  • Abrechnung nach GOÄ

    Ortho4Sport ist eine Privatpraxis. Wir rechnen nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) ab.

  • Privatversicherung und Beihilfe

    Die Erstattung läuft über Ihre Privatversicherung oder die Beihilfe.

  • Selbstzahler

    Sie können alle Leistungen auch als Selbstzahler direkt mit uns abrechnen – mit einer verständlichen Rechnung nach GOÄ.

Häufige Fragen

Quellen

  1. Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) et al.: Rotatorenmanschettenruptur. S2k-Leitlinie, AWMF-Register Nr. 187-055, Version 3.0 (2025). https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/187-055
  2. Minagawa H et al.: Prevalence of symptomatic and asymptomatic rotator cuff tears in the general population: from mass-screening in one village. In: J Orthop 2013; 10(1):8-12. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/24403741/
  3. Farooqi AS et al.: Diagnostic accuracy of ultrasonography for rotator cuff tears: a systematic review and meta-analysis. In: Orthop J Sports Med 2021; 9(10):23259671211035106. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/34660823/
  4. Kukkonen J et al.: Operative versus conservative treatment of small, nontraumatic supraspinatus tears in patients older than 55 years: over 5-year follow-up of a randomized controlled trial. In: J Shoulder Elbow Surg 2021; 30(11):2455-2464. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33774172/
  5. Karjalainen TV et al.: Surgery for rotator cuff tears. In: Cochrane Database Syst Rev 2019; 12:CD013502. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/31813166/
  6. Moosmayer S et al.: Fifteen-year results of a comparative analysis of tendon repair versus physiotherapy for small-to-medium-sized rotator cuff tears. In: J Bone Joint Surg Am 2024; 106(19):1785-1796. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/39197154/
  7. Hopewell S et al. (GRASP): Progressive exercise compared with best practice advice, with or without corticosteroid injection, for the treatment of patients with rotator cuff disorders: a multicentre, pragmatic, 2 x 2 factorial, randomised controlled trial. In: Lancet 2021; 398(10298):416-428. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/34265255/

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