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Knie

Kniearthrose: Diagnostik und Behandlung in Köln-Rodenkirchen

Bei einer Kniearthrose verschleißt der Knorpel im Gelenk. Das ist keine Einbahnstraße zum Gelenkersatz. Bei Ortho4Sport in Köln-Rodenkirchen untersuchen wir Ihr Knie, ordnen den Befund ein und bauen eine Behandlung auf, die mit Bewegung und Training beginnt und Ihnen hilft, aktiv zu bleiben.

Kniearthrose: Diagnostik und Behandlung in Köln-Rodenkirchen

Beschwerden und Warnzeichen

Bei der Kniearthrose, medizinisch Gonarthrose, wird der Gelenkknorpel nach und nach abgebaut. Die Leitlinie beschreibt sie als fortschreitenden Umbau des ganzen Gelenks, an dem auch Bänder, Knochen, Gelenkkapsel und Muskulatur beteiligt sind.1 Der Knorpel selbst hat keine Nerven. Die Schmerzen entstehen im Umfeld, etwa am Knochen, an der Kapsel und an der Gelenkschleimhaut. Der Verlauf ist oft wellenförmig: Phasen mit gereiztem, geschwollenem Knie wechseln sich mit ruhigeren Zeiten ab, und viele Betroffene beschreiben, dass sich die Beschwerden mit Wetter, Belastung und Tagesform ändern.

  • Anlaufschmerz: Die ersten Schritte nach dem Aufstehen oder nach längerem Sitzen schmerzen und werden dann besser
  • Belastungsschmerz beim Treppensteigen, Bergabgehen, Laufen oder Hocken
  • Steifigkeit am Morgen, die sich nach kurzer Zeit löst
  • Ein Reiben oder Knirschen im Gelenk und eine zunehmend eingeschränkte Beweglichkeit
  • Schwellungen, die nach Belastung auftreten und wieder abklingen (aktivierte Arthrose)
  • Bei fortgeschrittener Arthrose auch Schmerzen in Ruhe und nachts

Arthrose hat selten eine einzige Ursache. Alter, Übergewicht, frühere Verletzungen wie Meniskus- oder Kreuzbandrisse, eine Fehlstellung der Beinachse, erbliche Veranlagung und jahrelange einseitige Belastung wirken zusammen. Röntgenbild und Beschwerden stimmen dabei nicht immer überein: Mancher auffällige Befund macht kaum Probleme, und mancher Schmerz bei geringem Befund ist trotzdem echt. Wir behandeln deshalb nie nur das Bild. Die Leitlinie empfiehlt, den Schweregrad nach Röntgenkriterien einzuteilen, und stellt bei Übergewicht jede Gewichtsabnahme als Gewinn für Schmerz, Beweglichkeit und Verlauf heraus.1

Diagnostik bei Ortho4Sport

Nach der Leitlinie stützt sich die Diagnose auf das Gespräch, die körperliche Untersuchung und ein Röntgenbild; für den Beginn der Behandlung ist oft keine weitere Bildgebung nötig.1 Bei Ortho4Sport legen wir den Schwerpunkt auf das, was Ihr Knie im Alltag leistet und was es einschränkt.

Gespräch und körperliche Untersuchung

Wir fragen nach dem Schmerzverlauf, nach Anlaufschmerz, Gehstrecke, Treppen und Sport sowie nach früheren Verletzungen und Operationen. Bei der Untersuchung achten wir auf Gelenkerguss, Beweglichkeit, Beinachse, Druckschmerz und die Kraft der Oberschenkelmuskulatur.

Röntgenbild und Schweregrad

Das Röntgenbild, idealerweise im Stehen aufgenommen, zeigt Gelenkspalt, Knochenanbauten und Beinachse. Die Leitlinie empfiehlt, daraus den Schweregrad abzuleiten.1 Wir werten ein aktuelles Bild mit Ihnen aus; liegt keines vor, röntgen wir in der Praxis.

DVT bei offenen Fragen

Passen Röntgenbild und Beschwerden nicht zusammen oder sollen Knochenveränderungen genauer beurteilt werden, kann die digitale Volumentomographie mehr zeigen als eine Röntgenaufnahme. Knorpel selbst stellt sie nicht dar.

Ultraschall

Der Ultraschall macht einen Gelenkerguss, eine gereizte Gelenkschleimhaut, eine Zyste in der Kniekehle und die Sehnen rund um das Knie sichtbar, ohne Strahlung und mit dem Ergebnis direkt im Gespräch. So erkennen wir, ob eine Reizung Ihre Beschwerden verstärkt.

Bewegungsanalyse und Funktionstests

Wir beobachten Gehen, Treppensteigen, das Aufstehen vom Stuhl und die Beinachse unter Last. Daran erkennen wir, wie die Muskulatur arbeitet und welche Belastung das Gelenk tatsächlich bekommt. Aus diesen Werten entsteht Ihr Trainingsplan.

MRT nur bei besonderer Frage

Ein MRT haben wir in der Praxis nicht, und bei einer typischen Arthrose ist es zum Behandlungsbeginn auch nicht nötig. Wir veranlassen es extern, wenn zusätzlich ein Meniskusschaden, ein Knorpeldefekt oder eine andere Ursache für Ihre Schmerzen im Raum steht.

Eine Frau fasst sich im Stehen mit der Hand an das schmerzende Knie

Behandlung

Die S3-Leitlinie stellt Aufklärung, angeleitetes Kräftigungs- und Beweglichkeitstraining und bei Übergewicht eine Gewichtsabnahme an den Anfang. Eine Operation soll in der Regel erst erwogen werden, wenn eine längere konservative Behandlung nicht ausreicht.1 Eine Auswertung von 60 Studien zu Arthrose an Knie und Hüfte zeigte, dass Training den Schmerz lindert; eine Kombination aus Kraft, Beweglichkeit und Ausdauer war wahrscheinlich am wirksamsten.2

  1. Stufe 1: Verstehen, Belastung steuern, Gewicht beachten

    Wir erklären, was in Ihrem Gelenk vorgeht und was nicht, und legen gemeinsam fest, welche Belastungen Ihnen guttun. Die Leitlinie rät, kniebelastende und unphysiologische Aktivitäten zu vermeiden, nicht jede Bewegung.1 Als Orientierung hilft die Reaktion des Knies in den 24 Stunden nach dem Training: Schwillt es an oder schmerzt stärker, war die Dosis zu hoch. Wichtig sind dabei Regelmäßigkeit und Dosierung: Mehrere moderate Einheiten pro Woche sind für das Gelenk besser als eine lange Einheit am Wochenende, und vor der Belastung braucht ein Arthroseknie ein längeres Aufwärmen. Bei Übergewicht besprechen wir ein realistisches Gewichtsziel.

  2. Stufe 2: Angeleitetes Training aufbauen

    Regelmäßiges Training nach Anleitung ist das Fundament, und die Leitlinie empfiehlt, früh damit zu beginnen.1 Wir trainieren Oberschenkel, Gesäß und Hüftmuskulatur, Beweglichkeit und Alltagsbewegungen wie Aufstehen, Treppen und Heben. Radfahren, Schwimmen und Aquajogging belasten das Knie wenig und eignen sich als Ausdauertraining. Wir passen das Programm an Ihren Schweregrad an, denn was bei leichter Arthrose passt, kann bei fortgeschrittener Arthrose zu viel sein.

  3. Stufe 3: Muskelansteuerung und Bewegungsmuster verbessern

    Wenn die Muskulatur nach langer Schonung nicht mehr sauber zuschaltet, hilft das EMG-Biofeedbacktraining: Sie sehen die Aktivität des Oberschenkelstreckers auf dem Bildschirm und üben, sie gezielt zu steigern. Zeigt die Bewegungsanalyse Ausweichbewegungen, etwa ein nach innen fallendes Knie, korrigieren wir sie im Training.

  4. Stufe 4: Hilfsmittel und Entlastung im Alltag

    Eine Gehstütze kann das Knie entlasten, und die Leitlinie schlägt vor, sie in Erwägung zu ziehen. Schuhzurichtungen und Kniegelenkorthesen empfiehlt sie dagegen nicht routinemäßig, sondern nur in begründeten Fällen, etwa bei deutlicher Instabilität oder wenn Bewegungstherapie allein nicht genügt.1 Wir besprechen, was für Sie sinnvoll ist, und verzichten auf Hilfsmittel, die nichts bringen.

  5. Stufe 5: Ergänzende Verfahren bei anhaltenden Beschwerden

    Bei der PRP-Therapie wird aus Ihrem eigenen Blut plättchenreiches Plasma gewonnen und in das Gelenk gespritzt. Die Leitlinie sagt, PRP könne bei symptomatischer Kniearthrose in Betracht gezogen werden, wenn andere Maßnahmen nicht geeignet sind oder nicht wirken, und weist auf die uneinheitliche Qualität der Studien hin.1 In einer großen placebokontrollierten Studie mit 288 Teilnehmern mit leichter bis mittlerer Kniearthrose unterschieden sich Schmerz und Knorpelvolumen nach zwölf Monaten nicht von einer Kochsalzspritze.3 Die PRP-Therapie ist eine Selbstzahler- bzw. Wahlleistung nach GOÄ. Wir besprechen mit Ihnen offen, was sie leisten kann und was nicht, und nennen die Kosten vor der Behandlung.

Wann eine OP sinnvoll sein kann

Ein Gelenkersatz ist bei fortgeschrittener Arthrose eine wirksame Option, aber ein Eingriff, der sich nicht rückgängig machen lässt. Die Leitlinie empfiehlt, die Indikation gemeinsam zu prüfen und vorher zu besprechen, was die Operation leisten kann und was nicht; sie weist zudem auf den Anspruch auf eine ärztliche Zweitmeinung hin.1 Eine dänische Studie mit 100 Patienten mit mittlerer bis schwerer Kniearthrose, die für ein Kunstgelenk infrage kamen, zeigt beide Seiten: Nach zwölf Monaten ging es der Gruppe mit Kunstgelenk und anschließender Behandlung besser als der Gruppe mit der Behandlung allein, sie hatte aber auch deutlich mehr schwerwiegende unerwünschte Ereignisse, und ein Viertel der nicht operierten Gruppe ließ sich im selben Zeitraum ebenfalls operieren.4 Wir führen keine Gelenkersatzoperationen durch und können Sie deshalb unabhängig beraten.

  • Die Schmerzen im Alltag und nachts bleiben trotz konsequenter Behandlung über längere Zeit stark
  • Das Knie ist deutlich eingeschränkt: Gehstrecke, Treppen oder Aufstehen sind kaum noch möglich
  • Das Röntgenbild zeigt eine fortgeschrittene Arthrose, die zu Ihren Beschwerden passt
  • Training, Gewichtsmanagement und die weiteren Stufen sind ausgeschöpft oder nicht möglich
  • Sie wünschen sich nach ausführlicher Aufklärung einen Eingriff und kennen die Chancen und Risiken

Kosten

Was Diagnostik und Behandlung bei Ihnen kosten, hängt vom Befund und vom gewählten Vorgehen ab. Wir besprechen die Kosten vorab mit Ihnen.

Kontakt aufnehmen
  • Abrechnung nach GOÄ

    Ortho4Sport ist eine Privatpraxis. Wir rechnen nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) ab.

  • Privatversicherung und Beihilfe

    Die Erstattung läuft über Ihre Privatversicherung oder die Beihilfe.

  • Selbstzahler

    Sie können alle Leistungen auch als Selbstzahler direkt mit uns abrechnen – mit einer verständlichen Rechnung nach GOÄ.

Häufige Fragen

Quellen

  1. Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) u. a.: S3-Leitlinie Prävention und Therapie der Gonarthrose. AWMF-Register Nr. 187-050, Version 5.0, Stand Mai 2025. https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/187-050
  2. Uthman OA et al.: Exercise for lower limb osteoarthritis: systematic review incorporating trial sequential analysis and network meta-analysis. In: BMJ 2013; 347:f5555. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/24055922/
  3. Bennell KL et al. (RESTORE): Effect of intra-articular platelet-rich plasma vs placebo injection on pain and medial tibial cartilage volume in patients with knee osteoarthritis. In: JAMA 2021; 326(20):2021-2030. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/34812863/
  4. Skou ST et al.: A randomized, controlled trial of total knee replacement. In: N Engl J Med 2015; 373(17):1597-1606. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/26488691/

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