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Hüfte und Leiste

Hüftarthrose: Diagnostik und Behandlung in Köln-Rodenkirchen

Leistenschmerz beim Gehen, eine steife Hüfte am Morgen, Mühe beim Schuhebinden: Eine Hüftarthrose kündigt sich oft langsam an. Bei Ortho4Sport in Köln-Rodenkirchen klären wir, wie weit der Verschleiß ist und was er für Ihren Alltag und Ihren Sport bedeutet. Wir behandeln konservativ, vor allem mit Training, und besprechen offen, wann ein künstliches Hüftgelenk sinnvoll sein kann.

Hüftarthrose: Diagnostik und Behandlung in Köln-Rodenkirchen

Beschwerden und Warnzeichen

Bei der Hüftarthrose (Koxarthrose) nutzt sich der Knorpel zwischen Hüftkopf und Hüftpfanne ab, und das Gelenk verändert sich. Der Schmerz sitzt typischerweise in der Leiste, kann aber in Oberschenkel und Knie ausstrahlen. Nicht jeder Leisten- oder Hüftschmerz ist eine Arthrose: Bei Patienten, die mit Hüft- oder Leistenschmerz zum Hausarzt kamen, zeigte das Röntgenbild nur bei etwa einem Drittel eine Arthrose.1 Deshalb zählt die Untersuchung.

  • Leistenschmerz, der bei Belastung zunimmt und in Oberschenkel oder Knie ausstrahlen kann
  • Anlaufschmerz und Steifigkeit nach dem Aufstehen oder längerem Sitzen, die sich beim Gehen lösen
  • Schmerz beim Treppensteigen oder beim Gehen bergauf1
  • Eingeschränkte Beweglichkeit, besonders beim Einwärtsdrehen und Spreizen des Beins, etwa beim Anziehen von Schuhen und Socken1
  • Schmerz in der tiefen Hocke1
  • Hinken oder eine Schonhaltung, die auf die Dauer auch Rücken und Knie belastet

Eine Hüftarthrose entsteht meist langsam. Alter, familiäre Belastung, frühere Verletzungen, Formabweichungen des Gelenks und Übergewicht erhöhen das Risiko. Sport ist dagegen kein einfacher Verursacher: In einer Auswertung von 25 Studien hatten Freizeitläufer seltener eine Arthrose von Hüfte oder Knie als Menschen, die nicht laufen, während sie bei Leistungsläufern häufiger vorkam. Ob das ursächlich ist, ließ sich nicht klären.2 Bei jüngeren Menschen kommen außerdem Formveränderungen des Gelenks infrage, etwa ein Hüftimpingement, die wir bei der Untersuchung mitprüfen. Wie schnell eine Arthrose voranschreitet, ist von Mensch zu Mensch sehr verschieden. Viele Betroffene bleiben über Jahre mit Training und angepasster Belastung gut im Alltag zurecht.

Diagnostik bei Ortho4Sport

Die Diagnose stützt sich auf Gespräch, Untersuchung und Röntgenbild. Bei Ortho4Sport untersucht Sie ein Arzt unseres Teams und legt mit Ihnen fest, welche weiteren Schritte nötig sind.

Gespräch

Wir fragen nach Ort und Art des Schmerzes, nach Anlaufschmerz, Gehstrecke, Treppen und Sport, nach früheren Verletzungen und danach, ob es in Ihrer Familie Arthrose gibt. Auch das hilft bei der Einordnung.1 Ebenso wichtig ist, was Sie wieder tun möchten: wandern, Rad fahren, mit den Enkeln spielen oder Ihren Sport ausüben. Daran richten wir die Behandlung aus.

Untersuchung der Hüfte

Wir prüfen die Beweglichkeit, besonders die Innendrehung und das Spreizen, beobachten, ob die Hocke Schmerzen auslöst, und messen die Kraft der Hüftmuskeln. Solche einfachen Tests unterscheiden gut, wer im Röntgenbild eine Arthrose hat und wer nicht.1

Röntgenbild

Das Röntgenbild zeigt Gelenkspalt, knöcherne Randanbauten und die Form des Gelenks. Wir werten ein aktuelles Bild aus; liegt keines vor, röntgen wir in der Praxis. Das Bild allein sagt nichts über Ihre Beschwerden, wir ordnen es immer mit dem Untersuchungsbefund ein. Manche Menschen haben im Bild deutlichen Verschleiß und kaum Beschwerden, andere starke Schmerzen bei geringen Veränderungen.

Ultraschall

Der Ultraschall zeigt Gelenkerguss, Schleimbeutel und Sehnen rund um die Hüfte, in Bewegung und ohne Strahlung. So erkennen wir andere Schmerzquellen neben der Arthrose. Den Knorpel im Gelenk bildet er nicht ab.

Gang und Haltung analysieren

Die 4D-Bewegungsanalyse misst, wie Sie gehen, wie das Becken kippt und ob Ihre Beinachsen die Hüfte zusätzlich belasten. Das zeigt, woran wir im Training ansetzen.

MRT bei externen Partnern

Ein MRT haben wir in der Praxis nicht. Wir veranlassen es bei einem externen Partner, wenn das Röntgenbild und die Untersuchung nicht zusammenpassen, etwa bei Verdacht auf einen Knorpel- oder Lippenschaden, auf eine Absterbestörung des Hüftkopfs oder vor einer Operationsentscheidung.

Behandlung

Die Behandlung der Hüftarthrose beginnt konservativ. Die europäische Rheumatologie-Gesellschaft EULAR empfiehlt als Kern einen auf Sie zugeschnittenen Plan aus Information und Selbstmanagement, Training mit passender Dosierung, Gewichtsmanagement, geeignetem Schuhwerk und Hilfsmitteln sowie Beratung zur Arbeit.4 Training ist dabei die Basis, aber kein Wundermittel: Ein Cochrane-Update von 2026 fand, dass Training Schmerz und Funktion im Durchschnitt nur gering verbessert, vermutlich nicht in einem Ausmaß, das Betroffene deutlich spüren.5 Das heißt nicht, dass Training sinnlos ist. Es heißt, dass wir es mit anderen Bausteinen verbinden und Ihre Erwartungen ehrlich einordnen. Bei Ortho4Sport in Köln-Rodenkirchen gehen wir in vier Stufen vor.

Ein Trainer steht neben einer Frau auf einem Ergometer in der Trainingsfläche der Praxis
  1. Stufe 1: Verstehen, entlasten, Alltag anpassen

    Wir erklären, was Arthrose ist und was nicht: Sie ist kein Zeichen, dass Bewegung schadet. Wir besprechen Gewicht, Schuhwerk, Gehhilfen wie einen Stock auf der Gegenseite und Belastungen im Beruf. Diese Bausteine gehören zu den Kernempfehlungen der EULAR.4

  2. Stufe 2: Kraft, Beweglichkeit und Ausdauer trainieren

    Wir trainieren Hüft-, Gesäß- und Oberschenkelmuskulatur, Beweglichkeit und Gleichgewicht, mit Last und Umfang, die wir schrittweise steigern. Die OARSI-Leitlinie nennt strukturiertes Training an Land und Aufklärung als Kernbehandlung der Hüftarthrose.7 Auch Ausdauer gehört dazu: Radfahren, Crosstrainer und Schwimmen belasten die Hüfte wenig. Wassergymnastik brachte in Studien kurzfristig eine kleine Besserung bei Arthrose von Hüfte oder Knie,8 die OARSI-Leitlinie empfiehlt sie für die Hüfte allerdings nicht ausdrücklich.7 Auch stoßbelastende Aktivität ist kein Tabu: In einem dänischen Register mit Menschen mit Hüft- oder Knieschmerzen durch Arthrose bekamen Teilnehmer mit stoßbelastender Aktivität seltener ein künstliches Hüftgelenk; das ist ein Hinweis, kein Beleg für Ursache und Wirkung.3

  3. Stufe 3: Manuelle Behandlung als Ergänzung

    Osteopathische und manuelle Techniken können Beweglichkeit und Muskelspannung verbessern und das Training erleichtern. Eine Auswertung von 19 Studien fand kurzfristig vielleicht einen kleinen Zusatznutzen für den Schmerz, auf lange Sicht keinen Vorteil gegenüber Training allein.9 Wir kombinieren sie deshalb mit dem Training.

  4. Stufe 4: Injektionen nach Aufklärung

    Kortison- und Hyaluronsäure-Spritzen empfiehlt die OARSI-Leitlinie bei Hüftarthrose nicht.7 Für PRP, ein aufbereitetes Eigenblutprodukt, ist die Studienlage an der Hüfte uneinheitlich; zwei Übersichtsarbeiten fanden keinen Unterschied zur Hyaluronsäure.10 PRP ist eine Selbstzahler- bzw. Wahlleistung nach GOÄ, deren Nutzen für die Hüfte nicht belegt ist. Wir besprechen mit Ihnen, ob sie in Ihrem Fall überhaupt infrage kommt.

  5. Verlaufskontrolle und gemeinsame Entscheidung

    Wir überprüfen in festen Abständen, etwa nach drei Monaten, Schmerz, Gehstrecke, Beweglichkeit und Kraft im Vergleich zum Ausgangsbefund. Bessert sich die Hüfte, bauen wir das Training aus. Stagniert sie, ändern wir den Plan. Reicht auch das nicht, sprechen wir über den nächsten Schritt, bis hin zur Frage nach einem künstlichen Gelenk. Sie entscheiden mit, auf der Grundlage Ihrer Ziele und Ihres Befunds.

Wann eine OP sinnvoll sein kann

Bei fortgeschrittener Arthrose kann ein künstliches Hüftgelenk Schmerz und Funktion deutlich bessern. Eine dänische Studie mit 109 Patienten ab 50 Jahren mit schwerer Hüftarthrose und Operationsindikation war der Gelenkersatz nach sechs Monaten dem Krafttraining überlegen; zugleich ließen sich mehr als ein Fünftel der Trainingsgruppe in dieser Zeit ebenfalls operieren, und die schweren Komplikationen betrafen überwiegend den Eingriff.6 Der Eingriff lässt sich nicht rückgängig machen, deshalb gehört die Entscheidung gut vorbereitet. Wir führen keine Gelenkersatzoperationen durch und können Sie deshalb unabhängig beraten. Ist die Indikation gestellt, leiten wir Sie an ein operatives Zentrum weiter und bereiten die Hüfte vorab mit Training vor.

  • Starker Schmerz im Alltag und in der Nacht, der sich über Monate nicht bessert
  • Deutlich verkürzte Gehstrecke, Mühe mit Treppen, Aufstehen und Anziehen
  • Ein Röntgenbild mit fortgeschrittener Arthrose, das zu Ihren Beschwerden passt
  • Ein konsequent durchgeführtes Programm aus Training und Gewichtsmanagement hat nicht ausgereicht oder ist nicht möglich
  • Ihr eigener Wunsch nach einem Eingriff, nachdem Sie Nutzen und Risiken kennen

Kosten

Was Diagnostik und Behandlung bei Ihnen kosten, hängt vom Befund und vom gewählten Vorgehen ab. Wir besprechen die Kosten vorab mit Ihnen.

Kontakt aufnehmen
  • Abrechnung nach GOÄ

    Ortho4Sport ist eine Privatpraxis. Wir rechnen nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) ab.

  • Privatversicherung und Beihilfe

    Die Erstattung läuft über Ihre Privatversicherung oder die Beihilfe.

  • Selbstzahler

    Sie können alle Leistungen auch als Selbstzahler direkt mit uns abrechnen – mit einer verständlichen Rechnung nach GOÄ.

Häufige Fragen

Quellen

  1. Metcalfe D et al.: Does this patient have hip osteoarthritis? The Rational Clinical Examination systematic review. In: JAMA 2019; 322(23):2323-2333. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/31846019/
  2. Alentorn-Geli E et al.: The association of recreational and competitive running with hip and knee osteoarthritis: a systematic review and meta-analysis. In: J Orthop Sports Phys Ther 2017; 47(6):373-390. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/28504066/
  3. Liew BXW et al.: High-impact physical activity participation and 12-month risk of joint replacement: a longitudinal mediation analysis of 17 661 patients with knee or hip osteoarthritis. In: Br J Sports Med 2026; 60(17):1292-1297. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/42414085/
  4. Moseng T et al.: EULAR recommendations for the non-pharmacological core management of hip and knee osteoarthritis: 2023 update. In: Ann Rheum Dis 2024; 83(6):730-740. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/38212040/
  5. Hall M et al.: Exercise for osteoarthritis of the hip. In: Cochrane Database Syst Rev 2026; 7(7):CD007912. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/42486497/
  6. Frydendal T et al. (PROHIP): Total hip replacement or resistance training for severe hip osteoarthritis. In: N Engl J Med 2024; 391(17):1610-1620. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/39476341/
  7. Bannuru RR et al.: OARSI guidelines for the non-surgical management of knee, hip, and polyarticular osteoarthritis. In: Osteoarthritis Cartilage 2019; 27(11):1578-1589. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/31278997/
  8. Bartels EM et al.: Aquatic exercise for the treatment of knee and hip osteoarthritis. In: Cochrane Database Syst Rev 2016; 3:CD005523. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/27007113/
  9. Runge N, Aina A, May S: The benefits of adding manual therapy to exercise therapy for improving pain and function in patients with knee or hip osteoarthritis: a systematic review with meta-analysis. In: J Orthop Sports Phys Ther 2022; 52(10):675-684. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/35881705/
  10. Tanguilig G, Dhillon J, Kraeutler MJ: Platelet-rich plasma for knee and hip osteoarthritis pain: a scoping review. In: Curr Rev Musculoskelet Med 2024; 17(10):415-421. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/39002073/

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